Bereits seit 4. März trifft sich der Krisenstab Corona jeden Morgen um 9 Uhr, sieben Tage die Woche, im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes. Seit diesem Zeitpunkt wurden auch Teile der FüGK, also der Führungsgruppe Katastrophenschutz mit eingesetzt. Der Landkreis Rottal-Inn war damit einer der ersten, der auf Landkreisebene auf entsprechende Strukturen zurückgriff.

Im Krisenstab sitzen Vertreter aller für die Krisenabwehr am Landratsamt relevanten Bereiche – Landrat Michael Fahmüller, FüGK-Leiterin Eva Kremsreiter, Büroleiter Thomas Hofbauer, Pressesprecher Mathias Kempf und Gesundheitsamtsleiter Dr. Ludwig Müller sind praktisch immer dabei. Hinzu kommen weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und der FüGK, des Bereichs Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie der Personalstelle, die in der derzeitigen Krise ebenfalls auf Hochtouren arbeitet, insbesondere um die benötigten Schichtdienste mit Personal zu besetzen. Auch die jeweiligen Schichtleitungen von Bürgertelefon und Kontaktteams sind dabei, je nach Bedarf und anstehenden Themen werden weitere Kollegen dazu geholt.

Alle aktuellen Informationen aus den einzelnen Bereichen werden ausgetauscht. In der Regel startet das Gesundheitsamt mit den aktuellen Fallzahlen von Corona-Infektionen – in der Regel eine Momentaufnahme, denn die Labors werten laufend Tests aus. Danach geht es um die organisatorischen Fragen: Wie weit sind die Kontaktteams mit der Abfrage der Kontaktpersonen von neuen bestätigten Corona-Fällen? Wie können die Arbeitsabläufe hier optimiert werden, um trotz der stark anwachsenden Fallzahlen am Ball zu bleiben und so die Infektionsketten so gut wie möglich zu unterbrechen. Welche Fragen werden aktuell am Bürgertelefon gestellt, welche Informationen brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier noch, um den Anrufern helfen zu können? Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in den Schichten derzeit gebraucht und aus welchen Abteilungen können noch Leute abgezogen werden? Gibt es neue Informationen über die Bestellung oder Lieferung von Schutzausrüstung?

Die Themen ähneln sich häufig von Tag zu Tag, doch die Antworten unterscheiden sich. Jeder Tag bringt eine neue Situation, jeden Tag müssen die Struktur und die Arbeitsabläufe an den aktuellen Stand angepasst werden.

Nach einer bis zwei Stunden löst sich die Sitzung auf und jeder geht in seinen Bereich, um seine Mitarbeiter über die neuesten Entwicklungen zu informieren und seine Aufgaben zu erledigen. Bei akutem Bedarf kann der Krisenstab kurzfristig nochmals am selben Tag einberufen werden. Oft in verkleinerter Zusammensetzung, manchmal erst spät am Abend.